Entwurf WS22/23

Design With Debris

Im Rahmen von „Design With Debris“ haben wir untersucht, wie digitales Design zu einer Kreislaufwirtschaft in der Architektur beitragen kann. Unser Ziel war es, einen Demonstrator aus Materialien zu bauen, die sonst als Abfall gelten würden. Wir haben digitale Werkzeuge entwickelt, erforscht und eingesetzt, um Schrott, Restmaterialien, Bauschutt und Trümmer zu scannen, zu katalogisieren, zu kombinieren und zu neuartigen Kompositionen und Strukturen zusammenzufügen. Mit diesen Werkzeugen haben wir eine selbsttragende Demonstratorstruktur gebaut.

Das Projekt „Design With Debris“ war Teil des DDU-Designstudios „Designing ReUse“. „Design With Debris“ war eine Zusammenarbeit von DDU und ENB, die von der Sto Stiftung finanziert wurde.

Im DDU-Studio „Designing ReUse“ hatten die Teilnehmer die Aufgabe, einen Messestand zu entwerfen, der neuartige Konzepte der Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft in der Architektur veranschaulicht. Der Stand soll vielfältige, sich verändernde Aktivitäten von Besuchern und Ausstellern beherbergen. Dies erfordert die Möglichkeit, den Raum im Laufe der Zeit zu verändern, was durch modulare und diskrete Baukomponenten, die mit reversiblen Verbindungen ausgestattet sind, sowie durch Roboter, die montieren, demontieren und wieder zusammenbauen, ermöglicht wird. Die Studierenden lernten computergestützte Designtechniken, digitale Fertigung, robotergestützte Montage und Prototypenbau.

Lehrendenteam: Prof. Dr.-Ing. Oliver Tessmann, Max Eschenbach Dipl. Des.

Designkonzept: Malcolm Unger

Prototypen Workshop: Zahra Babadi, Mirko Dutschke, Malcolm Unger, Lucas Cornelius

Materialsponsoring: Rosskopf + Partner AG, besonderer Dank an Sebastian Köhler https://www.rosskopf-partner.de/

Stiftung: Sto Stiftung https://sto-stiftung.de/

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Design Konzept

Das Designprojekt von Malcolm Unger befasst sich mit dem Problem der hohen Abfallerzeugung in der Bauindustrie und sucht nach Strategien, um dieses Problem in Zukunft zu lösen. Der Entwurf basiert auf Reststücken des Materials Corian, die normalerweise als Abfall enden. Diese Reststücke werden digitalisiert und in einer Datenbank katalogisiert, um in einem computergestützten Designprozess wiederverwendet zu werden. Um die Wiederverwendungsrate des Materials zu maximieren, erstellt ein Algorithmus Variationen standardisierter dreieckiger Module aus den Reststücken. Die Module können auf verschiedene Weise kombiniert werden, um vielfältige Muster zu erstellen. Durch ein vollständig reversibles Konstruktionssystem können die Module zu einem Messestand zusammengesetzt werden, wie in unserem Prototyp, aber auch zerlegt und zu anderen Designs wieder zusammengesetzt werden.

Das Design legt besonderen Wert auf die Transparenz des Problems der Unvollkommenheit, das bei der Verwendung von Restmaterialien auftritt. Die genaue Darstellung der Designabsicht muss mit einer maximalen Wiederverwendung des Materials in Einklang gebracht werden. Durch die Anpassung von Parametern entsteht ein bidirektionaler Designprozess, bei dem der Benutzer die Kontrolle über die Genauigkeit und die Materialwiederverwendungsrate im Design hat. Teile, die nicht zur Herstellung der dreieckigen Module verwendet werden können, werden für die Produktion zusätzlicher Möbel für den Messestand verwendet.

Prototypen Workshop

Um die technische Anwendbarkeit des Designkonzepts und des algorithmischen Prinzips zu demonstrieren, wurde in einem Prototypen Workshop ein Demonstrator im Maßstab 1:1 gebaut. Alle im Rahmen des computergestützten Designprozesses ausgewählten Schnittstücke wurden aus der Komponentendatenbank identifiziert. Anschließend wurden die dreieckigen Module aus den ausgewählten Teilen hergestellt. Es wurden lasergeschnittene Verbindungsstücke entworfen und hergestellt, um die einzelnen Teile eines Moduls miteinander zu verbinden und die Module an einer Unterkonstruktion zu befestigen. Es wurde ein Holzrahmen gebaut um die Unterkonstruktion aus wiederverwendeten Aluminiumstangen abzustützen.