TU Darmstadt stellt neue virtuelle Rekonstruktion der Frankfurter Synagoge an der Friedberger Anlage vor – einst die größte Synagoge der Stadt.
20.08.2026
Im Rahmen des Projektes „Visualisierung des Zerstörten – Synagogen im Rhein-Main-Gebiet“ überarbeitete das Fachgebiet Digitales Gestalten der TU Darmstadt mit einer Förderung der Stiftung Giersch die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge an der Friedberger Anlage. Die sehr detailreiche Rekonstruktion wird auf einer Veranstaltung der Initiative 9. November in Frankfurt vorgestellt. Beide Institutionen erinnern zukünftig mit einer Installation in der Grünanlage gegenüber dem früheren Standort mit einem Film und mit Virtual-Reality-Brillen an die Synagoge, die die Nationalsozialisten 1938/39 zerstört hatten. Insgesamt sollen an der TU Darmstadt acht Frankfurter Synagogen rekonstruiert werden.
Am 1. September 2026 – im Kontext des Jahrestags der Einweihung der Synagoge vor 119 Jahren – werden die Ergebnisse des Projektes in einem Festakt am Standort der zerstörten Synagoge in der Friedberger Anlage 5-6 der Öffentlichkeit präsentiert. An dem Ort, an dem die Nazis 1942 durch Zwangsarbeiter an Stelle des Gotteshauses einen Hochbunker errichtet hatten, zeigen die TU Darmstadt und die Initiative 9. November erstmalig die neue Rekonstruktion in drei verschiedenen Installationen.
Zum einen ist sie Bestandteil eines Films, der die Synagoge mit animierten Kamerafahrten veranschaulicht und Hintergrundinformationen vermittelt. Die Installation „Fernrohr in die Vergangenheit“ in der Grünanlage direkt gegenüber der ehemaligen Synagoge zeigt, wie sie von dieser Stelle aussehen würde. Am 1. September soll diese Installation eingeweiht und der Film zum ersten Mal gezeigt werden. Zusätzlich veranschaulichen an diesem Tag vor dem Bunker Virtual-Reality-Brillen eindrucksvoll den damaligen Innenraum der Synagoge.
Die Virtual-Reality-Brillen und der Film werden danach Bestandteil der Ausstellung „Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion“, die von der TU Darmstadt entwickelt worden ist und von der Initiative 9. November im Hochbunker an der Friedberger Anlage seit 2021 gezeigt wird. Diese Erweiterung der Ausstellung reiht sich in die über 30-jährige Erinnerungsarbeit der Initiative 9. November ein, die mit verschiedenen Veranstaltungen in dem von den Nationalsozialisten errichteten Bau an ihre Verbrechen sowie an die zerstörte Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft gedenkt.